Der Trackball: Designfluch oder nützliches Eingabegerät? - News - meinAndroid.com

Der Trackball: Designfluch oder nützliches Eingabegerät?

Einige HTC-Modelle wie das HTC Hero oder Magic besitzen den so genannten „Trackball“ als Hardwareausstattung. Der Trackball ist eine Rollkugel, die in einem Gehäuse untergebracht ist. Er wird mit dem Daumen bedient. Seine Bewegung wird mithilfe von optischen Sensoren entlang zweier Achsen erfasst. Wer noch eine Computermaus mit Kugel besitzt, kann diese einmal umdrehen und sich Gehäuse und die mit Gummi ummantelte Metallkugel einmal genauer anschauen. Trackballs werden bereits seit Längerem auch als Alternativhardware für Computermäuse angeboten. Trackballs machen das Bewegen der Maus auf dem Schreibtisch und das Mousepad überflüssig.

HTC verzichtet in neueren Modellen auf den Trackball. Andere Hersteller haben diesen erst gar nicht eingeführt. Für einige stört so ein Trackball das Design des Smartphones. Wieder andere halten ihn für ein überaus nützliches Eingabegerät. Wir stellen jeweils 3 Pros und Contras des Trackballs gegenüber.

HTC Hero

Was gegen einen Trackball spricht

Störendes Designelement

Viele Smartphone-Nutzer empfinden ein Trackball als ein das Design störendes Element. Es benötigt Platz, so dass das Handy dadurch in die Länge gezogen werden muss. Platz, das durchaus für ein größeres Display genutzt werden könnte.

Störungsanfälligkeit

Aufgrund der empfindlichen Sensorik ist der Trackball störungsanfällig. Jeder Besitzer eines entsprechend ausgerüsteten Smartphones hat schon einmal Probleme mit dieser Hardwarekomponente erleben müssen. Meist lässt sich die Eingebehilfe nicht mehr zur einer Seite rollen. Mehrfaches, teils heftiges Hin- und Herbewegen oder ein Reboot bringen bereits Abhilfe. Vielleicht ist es auch die Fehlerhäufigkeit, die einige Hersteller zum Verzicht eben jener Funktion bewegt.

Platzsparende Richtungspfeiltasten als Alternative

In einigen Modellen werden vier Richtungspfeile in der (virtuellen) Tastatur angeboten, die die Funktion eines Trackballs „übernehmen“. Sie erfüllen dieselbe Funktion, nehmen kein Platz am Endgerät weg und sind präziser beim Navigieren.

 

Was für einen Trackball spricht

Komfortables Navigations- und Eingabegerät

Smartphone-Besitzer mit etwas kräftigeren Finger kennen das Problem, den Cursor in einer E-Mail oder in der URL-Leiste des Browsers genau an die richtige Position zu setzen. Zwar lassen sich E-Mails dank der Multitouch- bzw. Doppeltouch-Funktion einzoomen und der Cursor besser setzen. Bei allen anderen Eingebefenstern wird das Korrigieren eines Wortes jedoch zur nervigen Angelegenheit. Mit einem Trackball kann dieser gesetzt und mithilfe der Rollkugel an die richtige Stelle navigiert werden. Richtungspfeile in der Tastatur sind zwar eine Alternative, jedoch nehmen sie Platz im Display ein und sind nicht so komfortabel in der Bedieung wie ein Trackball.

Größerer Spielspaß

Wer ein Jump’n Run-Spiel oder Backgammon schon einmal auf dem Smartphone gespielt hat weiß, dass richtiger Spielspaß erst mit einem Trackball aufkommt. Zu mühselig ist es beispielsweise die Pins bei Backgammon mit dem Finger an die richtige Stelle zu bewegen. Selbst sonst so begeisterte Backgammon-Spieler, die zudem über ein größeres Display verfügen, finden im Gegensatz zu Trackball-Besitzern keinen Gefallen am mobilen Brettspiel.

Multifunktionalität

Dank Apps wie Cold Talk können Hardware-Elemente wie der Trackball auch zum Annehmen oder Auflegen von Gesprächen genutzt werden. Für Smartphone-Nutzer, die ungern das Display mit Fingerabdrücken versehen wollen oder einen haptischen Knopf zum Drücken bevorzugen, ist der Trackball eine bessere Lösung als die zumeist recht flachen Rufannahmetasten am mobilen Endgerät. Zwar gibt es Apps wie Shake to Answer, die ein Gesprächsannahme auch durch Schütteln ermöglichen. Hierbei sollte man jedoch keine heftigen Bewegungen während des Gesprächs ausführen.

 

Persönliche Beurteilung

Ich persönlich finde den Trackball eine sinnvolle Hardware-Lösung an einem Smartphone. Nicht zuletzt, weil er eine komfortablerere Navigiermöglichkeit bietet. Er darf daher ruhig ein wenig Platz einnehmen. Ich finde es daher schade, dass Hersteller auf diesen verzichten.

Oberste Priorität hat selbstverständlich eine störungsfreie Funktionalität. Sollte der Trackball seinen Geist aufgeben, so ist er tatsächlich nur noch ein störendes Designelement.

 

Bildquelle: HTC.com http://www.htc.com/de/help/htc-hero/

3 Kommentare

  1. Johannes

    3. April 2012 at 10:34

    Ich fand das bei HTC immer ziemlich nützlich. An die reine Steuerung auf dem Display in einem Text kann ich mich nicht gewöhnen, Trackball war präziser, aber man überlebt auch ohne :)

    • Ali Yildirim

      3. April 2012 at 10:58

      Du hast natürlich Recht. Ich finde halt, dass nützliche Sache, an die sich Nutzer gewohnt haben, ruhig bleiben können.
      Außer ein paar kurzweiligen Aussetzern gab es zumindest bei mir keine Probleme.
      Hersteller vergessen m.E., dass Nutze „Gewohnheitstiere“ sind.

  2. Kono

    30. August 2016 at 16:46

    Gibt es denn interessante Testreihen der einzelnen Handys bezüglich Trackballs? Ich kenne die Trackballs bisher nur bei Mäusen und Tastaturen? Oder ist die Technik bei Smartphones im Jahr 2016 völlig gestorben?

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